milch.gifMilch- und Tabakbauern haben am heutigen Mittwoch gegen eine Reform der EU-Agrarpolitik demonstriert. Die Milchbauern protestierten gegen die Erhöhung der EU-Milchquote. Die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sicherte den Milchbauern ihre Unterstützung zu.

Rund 5.000 Bauern haben am Mittwoch in Brüssel gegen eine Reform der EU-Agrarpolitik demonstriert. Zu einer kleinen Gruppe von Milchbauern aus Deutschland und den Benelux-Staaten gesellten sich am Mittag tausende wütender Tabakbauern aus Südeuropa, denen eine Streichung ihrer Subventionen droht. Die Demonstranten blockierten den Zugang zum Ratsgebäude, in dem die EU-Landwirtschaftsminister über die Agrar-Milliarden verhandelten.

Wenn die dänische EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel ihre Pläne in die Tat umsetze, müssten die Tabakbauern sich neue Arbeit in Dänemark suchen, warnten die Demonstranten auf Plakaten: „Mariann, wir werden alle nach Dänemark kommen.“
„Milchmarkt ist überschwemmt“
Der Protest der Milchbauern richtete sich gegen die von der Kommission geforderte Erhöhung der EU-Milchquote. Angesichts fallender Milchpreise wäre eine Anhebung der Produktionsobergrenze für die Bauern fatal, erklärte der Präsident des European Milk Board (EMB), Romuald Schaber: „Wir haben die Situation, dass der Markt überschwemmt ist und die Preise sinken. Eine Aufstockung in dieser Lage geht an der Realität vorbei.“

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sicherte den Milchbauern in einem kurzen Gespräch mit den rund 20 EMB-Vertretern Unterstützung zu. Die CSU-Politikerin will bei den EU-Verhandlungen die Einrichtung eines 300 Millionen schweren Sonderfonds für die Milchbauern erreichen.

EMB-Präsident Schaber erklärte indes, der sogenannte Milchfonds allein werde den Bauern nichts nützen: „Der Milchfonds kann allenfalls eine Ergänzungsmaßnahme sein, weil die Summen viel zu gering sind.“ Umgerechnet auf die in Deutschland produzierte Milchmenge käme bei 300 Millionen Euro nur ein Plus von 1,1 Cent pro Liter heraus, sagte Schaber. Nach Ansicht des EMB müsse der Preis von derzeit rund 30 Cent pro Liter aber um mindestens 15 Cent steigen, um den Bauern ihr Auskommen zu sichern.

„Ich bekomme derzeit 32 Cent pro Liter, das reicht gerade, um die Rechnungen zu bezahlen“, sagte Schaber, der in Bayern einen Bauernhof mit rund 40 Kühen hat. „Im Januar wird der Preis wahrscheinlich auf 26 Cent pro Liter fallen, dann sind wir nicht mehr zahlungsfähig.“
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